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Worship
Jona mal anders, ganz ohne Wal

Jona mal anders, ganz ohne Wal

Jona rannte ...

Jona rannte in die Wüste,
sagte Gott, er sei es leid,
und wenn er jetzt sterben müßte,
sei dies wohl die beste Zeit:

„Hab‘ dein Wort getreu verkündet
in der ungetreuen Stadt.
Und deine Wut, die war begründet,
denn es gab dort Sünde satt.

Doch nun ist dein Zorn verflogen,
der Gerichtstag annuliert.
Du hast mich doch dreist betrogen,
mich dem Volk nur vorgeführt.

Kein Gericht, kein heißes Feuer,
dein Rache-Engel bleibt zu Haus‘.
Jetzt bin ich das Ungeheuer,
sprach doch deine Drohung aus.“

Jona schwitzte in der Wüste,
hat seine Zeit voll Gram verbracht.
Oh, wie er den Baum begrüßte,
der da wuchs in einer Nacht.

Froh über die Schattenspende
verlebte er den nächsten Tag.
Doch eine neuerliche Wende
versetzte ihm `nen derben Schlag.

Der Wurm zerfraß den guten Baum
in wiederum nur einer Nacht.
Und so hat Jona dann am Tag
sein Klagelied vor Gott gebracht:

„Nichts gönnst du deinem treuen Knecht,
sogar den Schatten nimmst du mir.
Ja, was du tust, ist ungerecht!
Laß mich sterben, jetzt und hier!“

„Jona, ließest DU den Baum“,
fragte Gott den Mann zurück,
„an dieser Stelle selbst gedeih’n?
Und du selbst warst es wohl kaum,
der Ninive geschaffen hat?

Du willst, daß ich den Baum verschone,
für den du nichts hast je getan.
Doch Ninive soll bloß nicht ohne
Strafgericht zur Hölle fahr’n.

Hundertzwanzigtausend Männer, Frauen,
änderten ihr Leben, sieh!
Sie sollen meine Gnade schauen.
Ich bin ihr Herr, durch mich sind sie.“

(Yvonne Salmen)

Bild oben: katja auf Pixabay, Bild unten: jclk8888 auf Pixabay

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