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ToggleWoher stammt der Spruch / die Redewendung 08/15?
Bam bam bam bam bam – Wer im 1. Weltkrieg am MG 08/15 üben musste, litt gern mal unter Langeweile. Das Maschinengewehr wurde 1908 entwickelt und ging 1915 in die Massenproduktion. Die beiden Jahreszahlen dienten dann der Namensgebung, nicht nur für die Waffe selbst, sondern bald auch für alle eintönigen Tätigkeiten mit vielen Wiederholungen. Langeweile, Routine … eben voll 08/15.
Woher stammt der Spruch: Alter Schwede?
Der 30-jährige Krieg war beendet – übrig blieben erfahrene Soldaten, vor allem im siegreichen Schweden. Kurfürst Friedrich Wilhelm warb diese älteren, fähigen Männer für seine Truppen an. Ehrfürchtig sprachen die jüngeren Rekruten von den »alten Schweden«. Staunen und Respekt drückt dieser Spruch auch heute noch aus: Alter Schwede, das hast du aber gut gemacht!
Woher das stammt das Schimpfwort: Schweinehund?
Wildschweine lassen sich schlecht mit einem Dackel jagen. In historischen Zeiten verwendeten Jäger besonders aggressive Hunde, um das wehrhafte Wild bis zur Erschöpfung zu hetzen. Im 19. Jahrhundert wurde der „Schweinehund“ ein modernes Jugendwort. Gemeint waren gemeine, streitlustige Menschen. Daraus erwuchs das Sprichwort: den inneren Schweinehund überwinden. Denn auch Faulheit und Willensschwäche können wirklich fiese Gegner sein.
Woher stammt der Spruch: Dem kannst du nicht das Wasser reichen?
Mit den Fingern essen, das war in allen Gesellschaftsschichten des Mittelalters ganz normal – auch bei den Adeligen. Die hohen Herrschaften leisteten sich aber im Gegensatz zum Pöbel Pagen, die sich nach dem Mahl mit einem Wasserschälchen neben sie knieten. So wurden die fetttriefenden Hände schnell wieder blitzblank. Manche Diener hatten jedoch einen so niedrigen Stand, dass sie den hohen Herren nicht einmal das Wasser reichen durften. Heute bedeutet das: In dieser Liga spielst du nicht!
Woher stammt der Spruch: des Pudels Kern?
In Goethes wohl berühmtesten Werk, dem Faust, lässt der Gelehrte einen schwarzen Pudel in sein Studierzimmer. Heinrich Faust hat gerade in seiner Verzweiflung einen Erdgeist beschworen, er findet einfach keine Antwort auf seine brennenden Fragen nach dem Lebenssinn. Im Pudel steckt jedoch keine Hundeseele, sondern ein Diener der Hölle – das wird dem Mann erst nach einer gruseligen Verwandlung klar. „Das war also des Pudels Kern!“, ruft Faust aus. Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen – oder eben des Pudels Kern erkannt.
Woher stammt der Spruch: den Löffel abgeben?
Der moderne Mensch kennt Löffel hauptsächlich als Massenware, jeder hat davon einige in seiner Schublade. Im Mittelalter jedoch war jeder Löffel handgeschnitzt und ein wertvolles Gut. Das wichtige Alltagswerkzeug trugen viele immer am Gürtel mit sich. Beim Tod ging es an die nächste Generation, denn essen müssen schließlich nur die Lebenden. Wer also seinen Löffel abgab, der war am Ende seines Lebens angelangt. Wie beim Staffellauf reichen wir den Stab weiter – und unsere Besteckschublade dazu.
Woher stammt der Spruch: ins Gras beißen?
Diese Erklärung für diese Redewendung ist wirklich düster:
Die Menschheitsgeschichte ist leider von Kriegen und Kämpfen geprägt. Millionen Soldaten sind auf den Schlachtfeldern gestorben, oft nicht sofort, sondern nach schwerer Verletzung und grausamem Todeskampf. Dabei biss so mancher tatsächlich ins Gras, oder wie immer der Boden gerade beschaffen war. Aus antiken Texten ist die Bezeichnung „in den Staub beißen überliefert“ – und man denke auch an den Hit von Queen „Another one bites the Dust“. Einen bedeutenden Kampf zu verlieren, fühlt sich manchmal an wie Sterben.
Wie real das Ins-Gras-Beißen für manche war, zeigt das Zitat eines Offiziers, das der Dichter Theodor Fontane niedergeschrieben hat:
„Der alte Hünerbein ging mit uns auf dem nahegelegenen Schlachtfeldterrain umher und wendete mit dem Krückstock die schon ihrer Kleider beraubten Leichen von Freund und Feind um, wenn sie, wie gewöhnlich, auf dem Bauche lagen und mit ihren Zähnen ins Gras gebissen hatten.“
Heute verwenden den Spruch salopp nebenbei – und denken nicht einmal darüber nach. Echt finster.



