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ToggleTrug Schiffskatze Jenny ihre Kitten von Bord?
8 kleine Kätzchen hatte Schiffskatze Jenny geworfen, die sie eines nach dem anderen vor Abfahrt von der TITANIC trug. Die Mamakatze soll sprichwörtlich den Braten gerochen haben! Ein junger Heizer namens Jim Mulholland sah die Katzen flüchten, bekam ein schlechtes Gefühl und verließ das Schiff ebenfalls. Katze, Kitten und Heizer blieben in Southampton zurück, als der Luxusdampfer auf seine verhängnisvolle Jungfernfahrt ging.
Dabei war Jenny gerade ist vom Schwesternschiff Olympic versetzt worden, um fortan auf der Titanic ihren Dienst zu verrichten. Die Mäusejagd war und ist eine verdienstvolle Aufgabe, die auf hoher See mit Leckereien aus der Kombüse belohnt wird – so auch auf der Titanic. Die Stewardess Violett Jessop, die den Untergang überlebte, schrieb von Jenny in ihren Memoiren.
Und doch: Heute gilt es leider als erwiesen, dass Katze und Kätzchen im kalten Nordatlantik starben. Jim, der Heizer, hat aber tatsächlich rechtzeitig die Flucht ergriffen – und gab Anfang der 60er Jahre noch Interviews. Das schlechte Gefühl hatte er wohl allein, ohne Samtpfote Jenny.
(Übrigens: In meinem Artikel „Geschichte der Schiffskatze: Königin an Bord“ gibt es noch viel mehr spannende Schiffskatzengeschichten.)
Spielte die TITANIC-Kapelle bis zum Schluss?
Eiskalte Nacht über dem Nordatlantik, Chaos und Todesangst an Deck. Doch unverdrossen spielt die Kapelle „Näher, mein Gott, zu dir“, während Rettungsboote halb gefüllt ins Wasser klatschen, der Schiffsrumpf sich mit eiskalten Fluten füllt, die die TITANIC in die Tiefe reißen.
Noch in den Booten ist die Musik zu hören, unwirklich fern. Vor den Augen der wenigen Geretteten zerbirst das Schiff in zwei Teile und versinkt vollends um 2:20 Uhr in der Nacht. Nur kurz vorher verklingt das letzte Lied – so berichteten es später die Ohrenzeugen. Dann folgt die unheimliche Stille einer finsteren Nacht. Und, ja, dieser Mythos ist wahr.
Höchstwahrscheinlich wurde unter anderem das genannte Lied gespielt, denn die Zeugen nannten es am häufigsten. Um eine echte „Schiffskapelle“ handelte es sich aber nicht, sondern um ein Trio und ein Quintett, die als Passagiere in der zweiten Klasse fuhren. Ihre Musik beruhigte die Menschen, darüber waren sich die Zeugen einig. Sie gab ihnen Hoffnung und Zuversicht.
Die Suchtrupps fanden von acht Musikern nur drei Leichen. Die anderen fünf ruhen für immer am Meeresboden. Obwohl kaum noch jemand ihre Namen kennt, haben sie doch für immer Geschichte geschrieben.
Haben sich Männer als Frauen verkleidet, um ins Rettungsboot zu kommen?
Feiglinge sollen sie gewesen sein: Männer, die sich in Frauenkleider hüllten, um einen lebensrettenden Platz im Rettungsboot zu bekommen. „Frauen und Kinder zuerst“, dieser Devise folgte vor allem der zweite Offizier Charles Lightoller und verjagte Männer sogar mit der Waffe aus den Rettungsbooten. Da könnte sich der eine oder andere gedacht haben: Warum nicht einfach als Frau einsteigen?
Tatsächlich gibt es einige Geschichten darüber und die damalige Presse befeuerte das Thema. Am ehesten treffen die Vorwürfe auf den jungen Iren Daniel Buckley zu, der nach eigener Aussage mit mehreren Kumpels ins sechste Rettungsboot sprang. Schiffsoffiziere hätten die Männer aufgefordert, wieder auszusteigen, doch dann habe eine Frau ihm einen Schal übergeworfen und gesagt: „Bleib hier.“
Allerdings behaupten andere Stimmen, Daniel habe den Schal schon beim Besteigen des Bootes getragen. Der fünfte Offizier Harold Lowe zog nach eigener Aussage einem Mann den Schal vom Gesicht, der dazu einen Rock getragen habe: Vielleicht war das genau dieser junge Mann. Wie auch immer: Zu 100 Prozent belegt ist bis heute keine der Geschichten. Und dazu bleibt die Frage offen: Ist ein freier Platz für eine fiktive Frau wichtiger als das Leben eines Mannes? Doch bestimmt nicht.
Ist die Sektflasche an der TITANIC nicht zerbrochen?
Wenn bei der Schiffstaufe alles gutgeht, schlägt die Sektflasche mit Schwung gegen den Schiffsrumpf und zerbricht. Alle klatschen und jubeln, dann folgt der ersehnte Stapellauf. Ein furchtbar böses Omen, wenn die Flasche, in sehr seltenen Fällen, müde „Klong“ macht und heile bleibt. Dann herrscht Schweigen im Publikum. Bei der TITANC soll das der Fall gewesen sein, und auf der Jungfernfahrt folgte der Untergang mit rund 1.500 Toten.
Am Anfang des Titanic-Films „A Night to Remember“ aus dem Jahr 1958 sehen wir die Taufe der Titanic, und alles läuft gut: Der Champagner fließt, das Schiff gleitet majestätisch ins Wasser. Aber ich muss euch enttäuschen: Weder die eine noch die andere Szenerie ist wahr. Die White Star Line verzichtete bei all ihren Passagierdampfern auf die Sekttaufe, weil die Reederei diese Zeremonie für zu abergläubisch hielt. Tja, vielleicht haben sie ja damit das Unglück auf sich gezogen, wer weiß?
Übrigens: Beim Kreuzfahrtschiff Costa Concordia, das 2012 vor der Insel Giglio auf einen Felsen lief und kenterte, blieb die Sektflasche auf der Schiffstaufe heil. Ein bisschen gruselig ist das schon.
Wurden Titanic und Olympic vertauscht?
1911 gab es auf dem Atlantik einen mächtigen Knall: Der Luxusdampfer RMS Olympic kollidierte ausgerechnet mit dem Rammbug des britischen Kreuzer Hawke und erlitt einen Millionenschaden. Die Reederei White Star Line ließ das Schiff teuer reparieren, die Olympic war der Namensgeber ihrer berühmten Olympic-Klasse. 1912 wurde der zweite Luxusliner dieser Klasse fertig: die Titanic. Noch etwas größer, noch etwas luxuriöser und weltweit gefeiert.
Wir alle wissen, dass die Jungfernfahrt in einer Katastrophe endete. Doch war es wirklich die Jungfernfahrt der Titanic oder hatte die White Star Line ihre Schiffe vertauscht, um bei der Versicherung kräftig abzuzocken? Ein Betrug mit 1.500 Todesopfern? Das wäre ungeheuerlich! Der Mythos hält sich bis heute, auch wenn auf Tauchgängen zum Wrack längst die Baunummer gesichtet und fotografiert wurde: 401 für die Titanic – und eben nicht 400 für die Olympic. Dazu die vielen Bauteile, die nur die Titanic hatte – und eben nicht die Olympic.
Es müsste bis heute eine enorme Verschwörung geben, wenn dies kein Beleg dafür wäre: Ja, es war die Titanic, die gesunken ist. Die Olympic verrichtete treu ihren Dienst bis 1935, nach 257 Atlantik-Überquerungen und 430.000 transportierten Passagieren. Oder glaubt ihr es noch immer nicht?
Riss der Eisberg ein riesiges Leck?
Um 23:39 Uhr schlug der Ausguck Alarm: Eisberg in Sicht! Nur eine Minute später streifte die Titanic den kalten Riesen hart mit der Steuerbordseite. Keine Chance, zu bremsen oder auszuweichen. Riss das scharfe Eis den Rumpf über 90 Meter Länge auf? So jedenfalls glauben es viele, schließlich braucht so ein Luxusliner schon ordentlich Wasser, um innerhalb von zweieinhalb Stunden zu sinken.
Tatsächlich war das Leck insgesamt rund 1,2 Quadratmeter groß, was in etwa einer aufgeschlagenen Tageszeitung entspricht. Doch handelte es sich in diesem Fall um keine intakte Zeitung, sondern um viele Schnipsel: kleine Leckagen verteilt über die besagten 90 Meter, die nicht einmal echte Löcher im Stahl waren, denn Stahl ist bekanntlich härter als Eis! Der Aufprall verformte den stählernen Rumpf, sodass sich die Nieten lösten und in der Konstruktion plötzlich kleine Spalten klafften.
Das reichte, um 6 von 16 Hauptabteilungen zu fluten und schlussendlich den gesamten Stahlkoloss mit rund 1.500 Seelen in die Tiefe zu reißen. Von wegen unsinkbar!
War der vierte Schornstein eine Attrappe?
Man stelle sich vor, wie sich die Silhouette der Titanic aus dem Nebel schält und die Menschen an Land zu zählen beginnen: Die vier mächtigen Schornsteine prägen das Bild des Luxusliners bis heute. Drei sehen einfach unvollständig aus. Ebenfalls bis heute hält sich hartnäckig ein Gerücht: Der Dampfer habe nur drei Schornsteine gebraucht, der vierte sei nichts weiter als eine Attrappe gewesen.
Wahr oder falsch, was meint ihr?
Ja, das ist tatsächlich wahr. Der vierte Schornstein diente hauptsächlich der prestigeträchtigen, wunderbar symmetrischen Optik. Er war nicht mit den Kesselräumen verbunden, wurde aber immerhin zur Entlüftung der Schiffskombüsen genutzt. Gedampft hat er also schon ein bisschen. Und er erinnert daran, dass Menschen den Schein oft höher halten als das Sein.
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Sein Ziel: Zurück zu Frau und Kindern. Doch dafür muss er tricksen, täuschen und sich selbst verraten.
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